Ergebnisse aus dem Entwurfsseminar "Gläserner Keller / Köln"

26.Februar 2014 / von Christoph Schlaich

Am Lehrstuhl für Konstruieren und Entwerfen (Prof. Ulrich Königs, Christoph Schlaich) der Bergischen Universität Wuppertal wurde im Sommersemester 2013 ein Entwurfseminar mit dem Thema "Gläserner Keller/ Köln - Entwurf für ein Selfstorage Gebäude mit einem Museum für Alltagskultur und einer Markthalle für Gebrauchsgegenstände" durchgeführt:


Entwurf für ein Selfstorage Gebäude mit einem Museum für Alltagskultur und einer Markthalle für Gebrauchsgegenstände

Besonders städtebaulich stellen die oft zentral liegenden Lagergebäude eine große, bis jetzt ungelöste Herausforderung dar. Aufgrund Ihrer introvertierten Monofunktionalität ist das Potential der Verzahnung mit Ihrer Umwelt gering. Fenster sind, bei den auf Wirtschaftlichkeit ausgerichteten Gebäuden, eigentlich nicht nötig. Bisher beschränkt sich die Ambition der Fassadengestaltung auf die Gestaltung einer Werbefläche und kosmetische Mimikry.

Doch auch über die dringenden städtebaulichen Probleme hinaus stellen sich kulturelle und architektonische Fragen:

Wie entwirft man ein „Haus für Dinge“? Ist es nötig eine architektonische „Kultur des Lagerns“ zu etablieren bzw. zu reanimieren? Wir kennen den besonderen Geruch und Lichteinfall eines Speichers im Dachstuhl eines alten Hauses bzw. die modrig-geheimnisvolle Atmosphäre eines Kellers. Die Architekturgeschichte hat für Praxis des Lagerns eindrucksvolle Bauten wie z.B. Grain Elevators in Nordamerika und die Horreros Südeuropa in unterschiedlichsten Ausformungen hervorgebracht. Wie wollen wir die Dinge, die uns wertvoll sind, aufbewahrt und beschützt sehen?

 
Entwurfsziele

Ziel des Entwurfs ist die Weiterentwicklung der jungen Typlogie des Selfstorage Gebäudes. Es ist einerseits ein Anliegen die Kernfunktion des Gebäude, das Lagern, in seiner räumlichen und ästhetischen Umsetzung zu hinterfragen und andererseits das Gebäude durch das Hinzufügen von Funktionen räumlich und funktional in den Kontakt mit seiner städtischen Umgebung zu bringen. Der Anspruch des wirtschaftlichen Planens, der dem Bau eines infrastrukturellen Gebäude zu Grunde liegt, soll bei der Entwicklung von entwurflichen Alternativen nicht in Vergessenheit geraten, sondern vielmehr als Antrieb zu neuen Lösungen dienen.

 

Raumprogramm

1. Selfstorage 70 % des Gebäudes

2. Ausstellung für Alltagskultur 15 % des Gebäudes

3. Markthalle für Gebrauchsgüter 15 % des Gebäudes

 

In den kommenden Wochen werden wir hier die spannendsten Entwüfe veröffentlichen, die aus dem Seminar hervorgegangen sind.

1 Kommentar(e) Alle lesen
Gläserner Keller
24-03-14 22:07 / von archihamster
Endlich kommen die Unis mal von ihrem Elfenbeinturm herunter und stellen sich den Aufgaben unserer Zeit. Sehr gut.
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