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Umgang mit Freiraum und den Dingen – Bericht aus der Praxis eines Aufräumcoaches

23.Oktober 2013 / von Rita Schilke

Rita Schilke arbeitet als "Aufräumcoach" in Berlin. Bei ihrer Arbeit begegnet sie immer wieder der Frage: Aufheben oder wegwerfen?


Auch wenn Minimalismus aktuell voll im Trend ist, das „Weniger ist mehr“ allerorten zu vernehmen ist, wird meine tägliche Arbeit als Aufräumcoach in Berlin von der wiederkehrenden Erfahrung geprägt, dass Menschen sehr viele Dinge um sich herum ansammeln, die ihnen zuweilen nahezu buchstäblich die Luft zum Atmen nehmen. Das sind zum Teil lieb gewordene Erinnerungsstücke, die für ein bestimmtes Lebensgefühl stehen, das über diese Dinge immer wieder neu wachgerufen werden kann. Es sind aber auch oft Dinge, die überhaupt nicht mehr gebraucht werden und einfach aus zum Teil auch träger Gewohnheit behalten werden und oft sehr viel Raum einnehmen.

Der Weg zu Harmonie und Ordnung ist dann nur mit großer Geduld und Ausdauer zu beschreiten. Immer wieder spüre ich, wie hilfreich dabei die Begleitung durch mich als Aufräumcoach sein kann. Gemeinsam mit meinen Kundinnen und Kunden betrachte ich jedes einzelne Stück und unterstütze durch Leitfragen den Entscheidungsprozess des Behaltens oder Loslassens. Nach und nach lichten sich die Berge, weicht das zuweilen wirklich vorhandene Chaos mehr Übersichtlichkeit. Wichtig dabei sind auf jeden Fall auch kurzfristig erreichbare Ergebnisse und Zwischenziele. Wenn ich nach einem ersten Termin die Wohnung, das Haus verlasse, sollte auf jeden Fall ein Schrank aufgeräumt, der Schreibtisch wieder frei sein.

Diese erreichten Zwischenziele sind überaus wichtig für die Motivation, mit dem Aufräumen weiter zu machen und geben bereits eine erste Ahnung von dem Wohlgefühl und Befreiung durch den gewonnenen Platz.

Zuweilen kann es sein, dass durch bestimmte Lebensumstände, etwa der Umzug von einem Haus oder einer größeren Wohnung in eine kleinere Wohnung, durch eine überraschende Erbschaft oder durch die Verzögerung bei einem Hausbau oder der Fertigstellung einer Eigentumswohnung so viele Dinge sich im unmittelbaren Wohnfeld angesammelt haben, dass eine kurzfristig realisierbare Zwischenlösung gefunden werden muss. Dann kann es sinnvoll und sehr hilfreich sein, Lagerraum, z.B. Self Storage Boxen anzumieten und die eigene Wohnung von diesem Zuviel an Dingen zu entlasten. Damit wird zugleich ein erster Schritt des Aussortierens gemacht, dem später weitere Schritte folgen können.

Und dies sollte meines Erachtens auch immer das Ziel bleiben: sich dauerhaft von nicht mehr benötigten Dingen trennen, sie aussortieren, verschenken oder weitergeben und die dadurch entstandene Harmonie und den Freiraum für neues Leben, Kreativität und gelebte Fülle nutzen.

Mehr zur Arbeit von Rita Schilke finden Sie hier: Opens external link in new windowwww.aufraeumcoach-berlin.de

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