Selbst-Konsumtion: Zwischen Selbstgestaltung & Selbstvernichtung

12.Februar 2013 / von Lina Lange

Flexibel – ungebunden – dynamisch – anpassungsfähig – wandlungsfähig – agil – mobil.


So lautet eine Reihe typischer Stereotypen die unseren heutigen Alltag bestimmen.

"Unser Alltag": Auf wen beziehe ich mich damit?

Im Allgemeinen auf den Großstadtmenschen. Nicht jeder und gewiss nicht als ein Wesen, das all diese Stereotypen zugleich verinnerlicht. Vielmehr verstehe ich diese Verallgemeinerung als einen kritischen Anstoß an den Leser, selbst einmal über seinen Platz in der Gesellschaft nachzudenken.

Ich behaupte nun, dass wir uns nicht mehr über einen festen Platz in der Gesellschaft definieren, an dem das von Michel De Certeau formulierte 'Gesetz des Eigenen' herrschte, das jedem seinen eigenen abgetrennten Bereich garantiert.

Ein fester Platz zeichnet sich besonders durch seinen identitätsstiftenden Charakter aus. Dieser beruht unter Anderem auf seiner Kontinuität. Menschen, die an einem bestimmten Ort leben, entwickeln bestimmte Gewohnheiten und Alltagspraktiken, die mit ihrer materiellen Umgebung verwoben sind. Nicht nur ihre Bewegungen, sondern auch ihr Denken richtet sich nach der Anordnung der äußeren Gegenstände.

So erklärt sich mit Maurice Halbwachs, welche Bedeutung die uns umgebenden Dinge für unseren Alltag haben. Viele der Gegenstände, die wir besitzen, sind somit Zeichen unserer Vergangenheit, die sich tief in uns eingeschrieben haben. Und auch wenn ihre Zeit längst vorbei ist, verblassen ihre Schriftzüge nur langsam, denn sie sind kaum mehr herauszulösen aus dem Bedeutungsgeflecht, in das wir sie im Laufe der Geschichte eingewoben haben. […]

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